Im Kyffhäuserkreis ist ein neuer Ausbruch der Geflügelpest festgestellt worden. Betroffen ist ein Putenbetrieb mit rund 10.500 Tieren. Die zuständigen Behörden haben nach der amtlichen Bestätigung des Virus umfangreiche Seuchenschutzmaßnahmen eingeleitet. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.
Virusnachweis nach erhöhten Tierverlusten
In dem Betrieb waren zuvor ungewöhnlich hohe Tierverluste aufgetreten. Daraufhin verhängte das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt eine sofortige Betriebssperre und ließ Proben entnehmen.
Die Untersuchungen durch das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz bestätigten am 17. Februar 2026 das aviäre Influenzavirus des Subtyps H5. Einen Tag später wurde das Ergebnis durch das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt und als hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) vom Subtyp H5N1 eingestuft.
Diese Maßnahmen gelten jetzt
Zur Bekämpfung der Tierseuche werden derzeit alle gesetzlich vorgeschriebenen Schritte umgesetzt. Dazu gehören insbesondere:
tierschutzgerechte Tötung des gesamten betroffenen Putenbestandes unter amtlicher Aufsicht
Einrichtung einer Schutzzone mit mindestens drei Kilometern Radius
Einrichtung einer Überwachungszone mit mindestens zehn Kilometern Radius
Neben dem Kyffhäuserkreis ist auch der Landkreis Sömmerda von den Sperrzonen betroffen. Die genauen Grenzen sowie konkrete Auflagen werden per Allgemeinverfügung der zuständigen Behörden festgelegt.
Das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie ruft Geflügelhalter erneut dazu auf, konsequent Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dazu zählen unter anderem:
Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln vermeiden
Futter und Wasser vor Wildvögeln schützen
Stallkleidung und Hygieneregeln strikt einhalten
Diese Maßnahmen gelten auch für kleine private Geflügelhaltungen.
Geflügelpest weiterhin in Deutschland verbreitet
Seit Herbst 2025 werden bundesweit vermehrt Fälle des H5N1-Virus registriert. Auch in Thüringen wurde das Virus zuletzt mehrfach bei Wildvögeln nachgewiesen. Seit Jahresbeginn 2026 wurden bereits zahlreiche infizierte Wildvögel festgestellt, was zeigt, dass sich der Erreger weiterhin in der Umwelt befindet.
Deutschlandweit gab es zudem mehrere Ausbrüche in Geflügelhaltungen verschiedener Bundesländer. Der letzte bestätigte Fall in einem Thüringer Nutzgeflügelbestand lag zuvor Ende Oktober 2025 im Landkreis Nordhausen.