Der Thüringer Pakt für Wachstum und Arbeitsplätze kommt gut ein Jahr nach seinem Start mit sichtbaren Ergebnissen voran. Im Zuge des dritten Treffens heute in Arnstadt haben die Landesregierung, der Verband der Wirtschaft Thüringens, der DGB, die Bundesagentur für Arbeit, die Thüringer Industrie- und Handelskammern, die Thüringer Handwerkskammern sowie die LIGA der freien Wohlfahrtspflege eine gemeinsame Fachkräftestrategie für die Jahre 2026 bis 2030 vereinbart. Zudem stellte die Wirtschaftsministerin den aktuellen Mittelstandsbericht vor. Die regelmäßigen Treffen stehen für eine neue Form der Zusammenarbeit: Statt kleinteiligem Mikromanagement und starrem Ressortdenken setzt die Landesregierung auf Kooperation, Vertrauen und das enge Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Ministerpräsident Mario Voigt:
„Wir leben in einer Zeit großer wirtschaftlicher Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf das konzentrieren, was wirklich zählt: eine starke Wirtschaft, sichere Arbeitsplätze und vielversprechende Perspektiven für die Menschen in Thüringen.
Genau dafür steht unser Pakt für Wachstum und Arbeitsplätze. Wir haben ihn vor einem Jahr auf den Weg gebracht – und sehen heute: Über 90 Prozent der Maßnahmen sind umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Das zeigt, dass der von uns gewählte Ansatz Früchte trägt und wir gemeinsam Schritt für Schritt vorankommen.
Heute setzen wir mit der neuen Fachkräftestrategie Thüringen 2026 bis 2030 ein weiteres zentrales Vorhaben des Paktes um und schaffen damit eine Grundlage für Wachstum, für gute Arbeit und für die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts. Landesregierung, Wirtschaft und Gesellschaft ziehen gemeinsam an einem Strang, um Wachstum zu entfesseln, Arbeitsplätze zu sichern und Thüringen zukunftsfest zu machen.“
Arbeitsministerin Katharina Schenk erklärt mit Blick auf die Thüringer Fachkräftestrategie:
„Strukturwandel, Digitalisierung, demografischer Wandel und anhaltender Fachkräftebedarf treffen aufeinander. Thüringen geht die daraus folgenden tiefgreifenden Veränderungen entschlossen an. Mit der neuen Fachkräftestrategie 2026 bis 2030 wollen wir junge Menschen ohne Abschluss stärker fördern, Fachkräfte weiter qualifizieren und internationale Potenziale besser nutzen.
Gerade junge Menschen stehen im Mittelpunkt unserer Fachkräftestrategie: Denn jeder nachgeholte Schulabschluss und jede erfolgreich absolvierte Ausbildung ist wichtig – für die persönliche Zukunft ebenso wie für die Zukunft Thüringens. Deshalb setzen wir alles daran, Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss für Ausbildung und Beschäftigung zu gewinnen, Übergänge besser zu begleiten und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Angesichts des tiefgreifenden Wandels in Wirtschaft und Arbeitswelt gilt mehr denn je: Fachkräftesicherung beginnt bei der nächsten Generation – und sie gelingt nur im engen Schulterschluss mit unseren Partnern.“
Die heute beschlossene Strategie finden Sie auch noch einmal in Gänze unter: https://soziales.thueringen.de/arbeit/fachkraefte/fachkraeftestrategie
Mittelstandsbericht Thüringen 2025
Der „Mittelstandsbericht Thüringen 2025“ dient als zentrale, datenbasierte Grundlage für die wirtschaftspolitische Ausrichtung der kommenden Jahre. Wirtschaftliche Potentiale für Thüringen identifizieren die Gutachter vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) und dem ifo Institut für Wirtschaftsforschung insbesondere in der industriellen Basis Thüringens, der Exportorientierung vieler Unternehmen im High-Tech-Bereich und der Innovationsfähigkeit. Herausforderungen liegen dagegen im demografischen Wandel, bei der Produktivität sowie in bestimmten Investitions- und Infrastrukturdefiziten. Daraus leiten sie im Kern die Empfehlung ab, die Wirtschaftspolitik künftig noch stärker auf Produktivitätssteigerung und Wachstum auszurichten. Die Landesregierung wird die Handlungsempfehlungen ressortübergreifend prüfen und in konkrete Maßnahmen überführen. Dazu sind Abstimmungen mit den Fachressorts sowie die Einbindung der Allianz für Wachstum und Strukturwandel vorgesehen.
Wirtschaftsministerin Colette Boos-John erklärt dazu:
„Dieser Bericht ist ein Seismograph für die wirtschaftliche Lage im Freistaat und zugleich eine Handlungsgrundlage für die kommenden Jahre. Thüringen verfügt über eine starke mittelständische Struktur, eine solide industrielle Basis und beachtliche Innovationspotenziale. Gleichzeitig stehen wir vor großen Herausforderungen – vom demografischen Wandel über zusätzliche Investitionsbedarfe bis hin zu Produktivitätssteigerungen. Mit einem ‚Zukunftskompass‘ für die Wirtschaft werden auf der Grundlage des Mittelstandsberichts regionale Stärken und Investitionsschwerpunkte identifizieren und damit eine klare Roadmap zur Erreichung unserer Wachstumsziele festlegen.“
Messbare Fortschritte
Der Pakt zeigt bereits nach kurzer Zeit eine hohe Umsetzungsgeschwindigkeit und breite Wirkung. Von den insgesamt 28 vereinbarten Arbeitspaketen sind 9 bereits umgesetzt, 18 befinden sich in aktiver Umsetzung und lediglich ein Vorhaben wurde zurückgestellt – ein klares Zeichen dafür, dass die vereinbarten Vorhaben konsequent umgesetzt werden.
Starker Standort – Beispiel N3 in Arnstadt
Die Wahl des Veranstaltungsortes unterstreicht die Zielsetzung des Paktes: Die N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co. KG in Arnstadt steht exemplarisch für industrielle Wertschöpfung, internationale Wettbewerbsfähigkeit und erfolgreiche Fachkräftesicherung in Thüringen. Mit rund 1.100 Beschäftigten und etwa 50 Auszubildenden ist das Unternehmen zugleich ein wichtiger Ausbildungsbetrieb und Innovationstreiber in der Region.
Gern stellen wir den Vertreterinnen und Vertretern der Medien Fotos von der Veranstaltung zur Verfügung: https://www.dropbox.com/scl/fo/cm4nujazic3ciiduk4oki/APn8gBgiKy5HSL8B742tCmM?rlkey=1omas0n55wi3b80b8hr3s8sqw&st=4fnfxkcd&dl=0
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