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Vorsorge Hitzeschutz: Thüringens Gemeinden und Städte besser vorbereiten - Neue Auflage der digitalen kommunalen Hitze Toolbox

Zum stärkeren Schutz vor Hitze haben die Thüringer Ministerien für Umwelt und Gesundheit ihr digitales Informationsangebot für Kommunen überarbeitet. Die 2. Auflage der digitalen Hitze‑Toolbox richtet sich an Gemeinden und Städte und bündelt auf rund 100 Seiten konkrete Optionen zum Hitzeschutz.

Die aktualisierte Fassung berücksichtigt aktuelle Entwicklungen: So haben sich die heißen Tage mit Temperaturen um 30 Grad Celsius in Thüringen in den letzten Jahrzehnten nahezu verdoppelt – von rund fünf auf etwa neun Tage pro Jahr. Auch die frühen Sommer beginnen mit immer höheren Temperaturen, bis nahe 40 Grad Celsius im Jahr 2025.

Dazu erklärt Umweltminister Tilo Kummer: „Das verdeutlicht den Handlungsdruck, insbesondere im innerstädtischen Bereich, wo Hitze durch dichte Bebauung, versiegelte Flächen und fehlendes Grün zusätzlich verstärkt wird. Für den besseren Schutz der Bürgerinnen und Bürger unterstützt die Hitze‑Toolbox Kommunen mit konkreten, umsetzbaren Maßnahmen und aktuellen Datengrundlagen.“

Gesundheitsministerin Katharina Schenk ergänzt: „Der Klimawandel stellt eine akute Bedrohung für die Gesundheit der Menschen dar – und das nicht erst in der Zukunft, sondern bereits heute. Die steigenden Temperaturen und häufigeren Hitzewellen gefährden besonders die vulnerablen Gruppen unserer Gesellschaft: ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen, die unter extremen Bedingungen arbeiten müssen. Mit der kommunalen Hitze‑Toolbox bieten wir den Kommunen in Thüringen ein praktisches Instrument, das konkret dabei hilft, hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu mindern und die Widerstandsfähigkeit bzw. Resilienz der Bevölkerung zu stärken.“

Neu in der überarbeiteten Auflage ist ein aktualisiertes Klimakapitel mit neuen Daten und die Einführung des Wärmebelastungsindex. Das Werk informiert zudem über den Zusammenhang von Hitze und Gesundheit, insbesondere bei gefährdeten Gruppen wie Kindern, Senioren oder chronisch Erkrankten, und zeigt Wege der Finanzierung auf. Als Maßnahmen werden u. a. vorgeschlagen: Weiterleitung von Hitzewarnungen an Bürgerinnen und Bürger, Verschattung an Gebäuden und im öffentlichen Raum, Berücksichtigung von Hitze in Bauprojekten (z. B. Kitas, Schulen, Pflegeheimen, Sportstätten) sowie das Bereitstellen von Trinkwasser im öffentlichen Raum.

Den Kommunen steht damit ein flexibles und schnelles Instrument zur Verfügung. Verantwortliche können unmittelbar starten – jede Maßnahme zählt. Viele Städte und Gemeinden befassen sich seit einigen Jahren verstärkt mit Klimaanpassung, unterstützt durch den kommunalen Klimapakt des Umweltministeriums, der für dieses und das kommende Jahr je 30 Millionen Euro umfasst. Damit sind Maßnahmen sowohl für Klimaschutz (z. B. Solaranlagen auf dem Rathaus) als auch für Klimaanpassung im Sinne der Toolbox möglich.

Die kommunale Hitze‑Toolbox ist auf den Internetseiten des Umwelt‑ und Gesundheitsressorts abrufbar (PDF‑Datei: umwelt.thueringen.de/hitzetoolbox).