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Tiergesundheit

Die Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen und damit auch die Verhütung von Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind, sind zentrale Aufgaben die das öfffentliche Veterinärwesen wahrnimmt.

 
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Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Der Mensch kann sich nicht infizieren.

Die Krankheit endet in der Regel tödlich. Die Übertragung des Virus erfolgt auf direktem Wege von Tier zu Tier aber auch indirekt über virusbehaftete Materialien. Dazu zählen insbesondere Blut oder Kot, verschmutzte Kleidung, Jagdausrüstung, aber auch Futtermittel und Speisereste.

Es gibt keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest.

Neben verschiedenen Regionen der Russischen Föderation ist die Afrikanische Schweinepest bereits u. a. in Weißrussland, in der Ukraine, im Baltikum, in Polen, Ungarn, Bulgarien, der Tschechischen Republik, Belgien und in großen Teilen Chinas aufgetreten.

Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Bundesrepublik hätte weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen mit Handelssperren für ganz Deutschland zur Folge.

 
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Hilfreiche Links und weitere Informationen:

BMEL informiert

Das Bundesministerium für Energie und Landwirtschaft (BMEL) informiert über die Hintergründe der Afrikanischen Schweinepest und bittet um Wachsamkeit und Vorbeugung.

Friedrich-Loeffler-Institut

Auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts finden Sie weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest sowie aktuelle Ausbruchszahlen.

Videobeitrag

Die Seuchengefahr - der Weg des Virus (Eine Produktion der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

 
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Mitnahme von Lebensmitteln bei internationalen Reisen

Seit 2009 gelten für die Mitnahme von tierischen Lebensmitteln zum persönlichen Verbrauch bei Einreise aus Drittländern in die EU die Bedingungen der Verordnung (EG) Nr. 206/2009. Mit diesen Regelungen soll ein weitreichender Schutz vor der Einschleppung und Verbreitung von hochansteckenden, derzeit in der EU nicht vorkommenden Tierseuchen gewährleistet werden. Diese Bedingungen gelten für Einreisen aus allen Ländern außerhalb der EU.

Im Grundsatz ist aus Drittländern die Einfuhr von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Käse, aber auch Milch und Milcherzeugnissen als Reiseproviant oder zum sonstigen Eigenverbrauch verboten.

Abweichend von den prinzipiellen Beschränkungen ist jedoch die Einfuhr begrenzter Mengen tierischer Erzeugnisse zum persönlichen Verbrauch aus Andorra, Liechtenstein, Norwegen, San Marino, Grönland und der Schweiz sowie die Mitnahme von Fischereierzeugnissen aus den Färöern und Island möglich. Ausnahmen vom genannten Verbot gelten darüber hinaus für die Einfuhr von max. 2 kg ungeöffneter Säuglingsnahrung oder medizinischer Spezialnahrung oder auch medizinisch notwendigem Spezialfutter für Tiere (ebenfalls 2 kg maximal) aus allen Drittländern. Die einzelnen Ausnahmen und bestehenden Mengenbegrenzungen finden Sie im Merkblatt der EU im Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 206/2009.

Die gleichen Bestimmungen gelten im Übrigen auch für den Versand von Lebensmitteln zum persönlichen Verbrauch mit Päckchen etc.

Jede Einfuhr, die hinsichtlich Art und/oder Menge über die im Merkblatt genannten Ausnahmemöglichkeiten hinausgeht gilt als „gewerblich“. Für die gewerbliche Einfuhr gibt es spezielle Bestimmungen, die das Risiko einer Einschleppung von Krankheiten effektiv vermindern sollen. Für nähere Informationen dazu wenden Sie sich bitte an den Zoll oder Ihr zuständiges Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt.

Der Zoll führt auch im privaten Reiseverkehr Kontrollen durch und überprüft entsprechend, ob die Einfuhrverbote für tierische Lebensmittel eingehalten werden. Sollten bei Kontrollen Verstöße festgestellt werden, werden die Waren beschlagnamt und vernichtet. Die enstehenden Kosten für dieses Verfahren tragen die Reisenden. Darüber hinaus ist je nach Schwere des Vorfalls auch eine verwaltungsrechtliche Ahndung möglich.

 
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Reisen mit Heimtieren

Seit dem Jahr 2004 ist das Reisen mit Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) innerhalb der Europäischen Union sowie bei der Einreise aus Drittländern (= Länder, die nicht der EU angehören) einheitlich geregelt. Mit diesen Regelungen soll ein weitreichender Schutz vor der Einschleppung und Verbreitung von Tollwut, die sowohl für Tiere als auch den Menschen lebensgefährlich ist, gewährleistet werden.

Seit dem 29. Dezember 2014 ist die Verordnung (EU) Nr. 576/2013 gültig und hat gleichzeitig die Verordnung (EG) Nr. 998/2003 abgelöst. Sie regelt die erleichterten Bedingungen, wenn Heimtiere ihre Besitzer auf Reisen begleiten und diese Reise weder dem Verkauf des Heimtieres noch dem Übergang des Eigentums dient. Die zweite Voraussetzung ist, dass nicht mehr als fünf Heimtiere den Halter begleiten, ausgenommen sind z. B. Schlittenhunde, die an einem Wettkampf teilnehmen.

 
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Reisen innerhalb der EU

Bei Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU muss für diese Tiere ein einheitlicher EU-Heimtierausweis mitgeführt werden. Der Heimtierausweis kann von einem niedergelassenen Tierarzt ausgestellt werden.

Das Tier muss eindeutig mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Wurde das Tier bereits vor dem 3. Juli 2011 tätowiert und ist die Nummer noch gut lesbar, ist auch das ausreichend. In dem Mikrochip ist eine 15-stellige Nummer gespeichert, die in den Heimtierausweis eingetragen wird, so dass dieser dem Tier eindeutig zugeordnet werden kann. Der Mikrochip wird wie eine Impfung am Hals appliziert und kann beliebig oft mit einem Lesegerät ausgelesen werden.

Weiterhin muss das Tier eine gültige Impfung gegen Tollwut haben, die ebenfalls vom Tierarzt in den Ausweis eingetragen wird. Im Falle einer Erstimpfung dauert die Ausbildung eines Impfschutzes mindestens 21 Tage, die Dauer der Gültigkeit hängt vom verwendeten Impfstoff ab und wird auch in den Ausweis eingetragen. Folgen weitere Impfungen innerhalb der jeweiligen Gültigkeitsdauer, sind keine Wartezeiten mehr einzuhalten, das Tier steht fortlaufend unter Impfschutz.

Die Länder Vereinigtes Königreich, Irland, Malta, Finnland und Norwegen verlangen zusätzlich eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm, die 24 bis 120 Stunden vor der Einreise durchgeführt werden muss.

Reisen in Drittländer

Für die Einreise von Heimtieren in Drittländer sind eventuell spezifische Anforderungen des jeweiligen Landes zu erfüllen. Die diplomatischen Vertretungen der Drittländer in Deutschland informieren über die jeweils geltenden Bedingungen. Erforderliche amtstierärztliche Bescheinigungen werden vom für ihren Wohnort zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ausgestellt.

Wiedereinreise nach einem Aufenthalt in einem Drittland

Die EU hat eine Liste von Drittländern erstellt, deren Tollwutstatus dem der Mitgliedstaaten entspricht. Bei der Einreise/Wiedereinreise aus einem solchen gleichgestellten Drittland z. B. Schweiz, Andorra, Liechtenstein gelten somit die gleichen Regeln wie beim Reiseverkehr innerhalb der EU. Auch die sogenannten gelisteten Drittländer wie z. B. USA, Kanada und Japan haben eine günstige Tollwutsituation bzw. ein amtliches Überwachungssystem, so dass hier bei einer Wiedereinreise der vollständig ausgefüllte deutsche Heimtierausweis, wie oben unter „Regelungen für Reisen innerhalb der EU“ beschrieben, ausreichend ist.

Ist eine Reise mit dem Heimtier in ein nicht gelistetes Drittland geplant, ist Folgendes zu beachten. Bereits vor der Abreise aus Deutschland ist ein ausreichender Impfschutz mittels Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper in einem dafür zugelassenen Labor nachzuweisen und im Heimtierausweis zu dokumentieren.

Die Wieder-/Einreise aus einem gelisteten oder nicht gelisteten Drittland hat immer über einen benannten Einreiseort zu erfolgen. Der Tierhalter oder die Tierhalterin muss bei der Ankunft mit der zuständigen Behörde Kontakt aufnehmen, da in allen Fällen eine Identitäts- und eine Dokumentenkontrolle erfolgen müssen.

Verbot der Ein- und Durchreise ungeimpfter Welpen

Auch Welpen müssen immer einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut haben, wenn sie nach Deutschland verbracht werden oder Deutschland auch nur im Transit passieren! Es gibt keine Ausnahmen von dieser Regelung - weder im Reise- noch im Handelsverkehr.

 
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Landesprogramme Tiergesundheit

Mit den Landesprogrammen Tiergesundheit verbessert der Freistaat Thüringen die Gesundheit von (Nutz-)Tieren und sichert damit u.a. auch die Qualität der Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft.

 
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BHV1-freie Region Thüringen

Thüringen hat die Tilgung der anzeigepflichtigen Tierseuche BHV1-Infektion des Rindes („Rinderherpes“) erfolgreich abgeschlossen. Um diesen seuchenfreien Zustand im gesamten Gebiet des Freistaats Thüringen Aufrecht zu halten, muss jeder Tierhalter zum Schutz seines eigenen Tierbestandes weiterhin verantwortungsbewusst handeln. Das Schutz-System kann nur greifen, wenn jeder einzelne Betrieb in Thüringen sich an die neuen Vorschriften hält.

Folgende Hinweise zu wichtigen Vorsorgemaßnahmen gegen eine Seucheneinschleppung (Biosicherheitsmaßnahmen) in Rinder haltenden Betrieben sind zu beachten:

 
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Schaubild Biosicherheit Geflügelpest

 
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Infektiöse Anämie der Einhufer

Die Infektiöse Anämie (ansteckende Blutarmut) der Einhufer ist weltweit verbreitet und tritt gehäuft in Asien, Osteuropa und Südamerika auf. In Deutschland tritt die Viruserkrankung sporadisch bei Pferden auf, d.h. es kommt immer wieder zu vereinzelten Ausbrüchen. In den meisten Fällen konnte hierbei in den letzten Jahren ein Zusammenhang zu importierten Pferden festgestellt werden.

Nur Tiere der Familie Equidae (Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel, Zebras) sind für diese Viruserkrankung empfänglich, die gewöhnlich tödlich endet. Virusträger und blutsaugende Insekten (Vektoren) können die Erkrankung übertragen. Hauptsächlich kommen Bremsen in Frage, weniger Mücken und Fliegen. Menschen sind nicht gefährdet.

Weitere Informationen zum Infektiösen Anämie finden Sie in einem Merkblatt speziell für Tierhalter.