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Am 8. März ist Internationaler Frauentag

07.03.2022

Thüringer Sozialministerium und Bundesagentur für Arbeit machen auf Situation von Frauen mit Migrationshintergrund in der Arbeitswelt aufmerksam

Anlässlich des morgen bevorstehenden Internationalen Frauentags haben die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit und das Thüringer Arbeits-, Sozial- und Frauenministerium zur gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen. Der Themenschwerpunkt lag in diesem Jahr auf Frauen mit Migrationshintergrund, ihrer Situation in den Familien und auf dem Arbeitsmarkt sowie entsprechenden Initiativen zur Stärkung der Integration in die Arbeitswelt. Mit Blick auf die vielen Frauen, die seit vergangener Woche vor dem Krieg in der Ukraine fliehen und vermehrt auch in Thüringen Zuflucht finden, bekommt das Thema nun eine zusätzliche Relevanz.

Die Corona-Pandemie hat noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass Frauen gerade in der Krise eine wesentliche Stütze für Wirtschaft und Gesellschaft sind. Angesichts des hohen Fachkräftebedarfes in sämtlichen Sektoren gilt es, genau dieses Potenzial noch stärker zu fördern.

Mirjam Kruppa, Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, erlebt immer wieder, wie entscheidend die Rolle der Frauen und Mütter bei Integrationsprozessen ist. „Frauen, die es geschafft haben, die Sprachhürde zu überwinden und im Arbeitsmarkt angekommen sind, haben meist den Weg nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder und Familien geebnet“, hebt die Beauftragte die Leistung zugewanderter Frauen hervor. Die Pandemiebedingungen der vergangenen Monate haben die Hürden insbesondere für Mütter erschwert. Ihnen noch mehr zielgerichtete Unterstützung zu geben, sei daher auch ein aktueller Schwerpunkt bei der Integrationsförderung des Migrationsministeriums, so die Beauftragte.

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, erklärte, dass ausländische Frauen ein wichtiges Potenzial zur Fachkräftesicherung in Thüringen sind: „In Anbetracht unserer demografischen Entwicklung sind die Unternehmen auf jede neue Fachkraft angewiesen. Dass Frauen arbeiten gehen, ist in vielen ausländischen Kulturen nicht selbstverständlich. In zahlreichen Fällen ist es in den vergangenen Jahren gelungen, sie in den Thüringer Arbeitsmarkt zu integrieren und damit eine Fachkräftelücke zu schließen. Die konstruktive Netzwerkarbeit und die Nutzung individueller Fördermöglichkeiten sind dabei wichtig für einen erfolgreichen Einstieg in eine Beschäftigung. Durch eine intensive Begleitung der Frauen können Sprachbarrieren überwunden und fehlende Fachkenntnisse ausgeglichen werden. Diese Investition lohnt sich für alle Beteiligten.“

Heike Werner, Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, verwies auf entsprechende Fachkräfteinitiativen des Freistaates Thüringen: „Das Verlassen des Herkunftslandes, die Flucht mit ihren verschiedenen Stationen und die Ankunft in einem anderen Land stellen einschneidende Phasen im Lebenslauf geflüchteter Frauen dar. Ziel gelingender Integration ist es, ihnen hier ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Dafür ist die Integration in den Arbeitsmarkt ein wichtiger Baustein. Seitens des Freistaates Thüringen werden verschiedene Programme und Projekte mit dem speziellen Fokus auf ausländischen Frauen und Müttern gefördert. Dafür kommen Mittel aus dem Landesprogramm ‚Arbeit für Thüringen‘ zum Einsatz, für das im Jahr 2022 insgesamt sechs Millionen Euro im Landeshaushalt zur Verfügung stehen. Besonders wichtig sind dabei möglichst individuelle Angebote und eine ganzheitliche Beratung zur Arbeitsmarktintegration.“

An der Pressekonferenz nahm auch eine junge irakische Mutter teil, die mit viel Fleiß und Unterstützung den ersten Schritt in die Arbeitswelt gemeistert hat und nun als Pflegehilfskraft und Betreuungskraft in einer Thüringer Altenpflegeeinrichtung arbeitet. Gemeinsam mit Christiane Götze, Prokuristin und Projektleiterin beim zuständigen Bildungsträger IBS -Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement gemeinnützige GmbH, Erfurt, berichtete sie von ihren Erfahrungen und steht damit stellvertretend für alle geflüchteten und ausländischen Frauen, die sich mutig und entschlossen ihren Weg in die Zukunft bahnen.

Weitere Informationen aus der Pressekonferenz inklusive Zahlenmaterial finden Sie im Anhang.

 

Präsentation der Bundesagentur für Arbeit

Präsentation anlässlich Pressekonferenz TMASGFF