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Tiergesundheit

Die Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen und damit auch die Verhütung von Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind, sind zentrale Aufgaben die das öfffentliche Veterinärwesen wahrnimmt.

 
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Das neue Tiergesundheitsrecht der Europäischen Union

Nach jahrlangem Prozess der Vorbereitung durch die EU-Kommission und basierend auf der Tiergesundheitsstrategie (2007-2013) „Vorbeugung ist besser als Heilen“ gilt nun seit dem 21. April 2021 das neue Tiergesundheitsrecht (Animal Health Law, kurz AHL) unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Das übergeordnete Ziel war, das gemeinschaftliche Tierseuchenrecht - 39 Richtlinien und Verordnungen - in einem einzigen Rechtsrahmen zu vereinheitlichen und eine Kohärenz zwischen den Rechtsbereichen Tiergesundheit, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit herzustellen.

Das Tiergesundheitsrecht enthält Vorschriften zur Prävention und Bekämpfung von Tierseuchen, die auf Tiere oder Menschen übertragbar sind. Die Verordnung (EU) 2016/429 ist die „Basisverordnung“, die durch Delegierte Verordnungen und Durchführungsverordnungen ergänzt wird. Die Bestimmungen des bisher geltenden Rechts wurden überwiegend in das neue EU-Tiergesundheitsrecht übernommen. Neu ist jedoch unter anderem eine stärkere Betonung des risikoorientierten Ansatzes und eine höhere Flexibilität bei der Auswahl von Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung. Zudem werden Tierhalter nunmehr vom Gesetz als Unternehmer gefasst und erhalten erweiterte Pflichten zur Erhaltung der Tiergesundheit.

Um alle Landwirte und Tierhalter über die neuen Pflichten, insbesondere auf Ebene der Biosicherheitsmaßnahmen und Veranlassung von sogenannten Tiergesundheitsbesuchen durch einen Tierarzt zu informieren, sind im folgenden Download-Bereich Merkblätter hierzu veröffentlicht. Weitere, zu speziellen Tierseuchen bzw. an bestimmte Nutztierhalter gerichtete Themenblätter werden folgen, sobald die entsprechende Abstimmung zur Umsetzung auf Bund-Länder-Ebene stattgefunden hat.

 
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Merkbätter zum Download

 
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Informationen zu Tierseuchen

 
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Gewährung von Beihilfen zu den Kosten für die Verhütung, Bekämpfung und Tilgung von Tierseuchen durch den Frei­staat Thüringen

 
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Anträge

Einfuhr/Verbringung von Tierseuchenerregern oder infizierten tierischen Materialien

 
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Mitnahme von Lebensmitteln bei internationalen Reisen

Seit 2009 gelten für die Mitnahme von tierischen Lebensmitteln zum persönlichen Verbrauch bei Einreise aus Drittländern in die EU die Bedingungen der Verordnung (EG) Nr. 206/2009. Mit diesen Regelungen soll ein weitreichender Schutz vor der Einschleppung und Verbreitung von hochansteckenden, derzeit in der EU nicht vorkommenden Tierseuchen gewährleistet werden. Diese Bedingungen gelten für Einreisen aus allen Ländern außerhalb der EU.

Im Grundsatz ist aus Drittländern die Einfuhr von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Käse, aber auch Milch und Milcherzeugnissen als Reiseproviant oder zum sonstigen Eigenverbrauch verboten.

Abweichend von den prinzipiellen Beschränkungen ist jedoch die Einfuhr begrenzter Mengen tierischer Erzeugnisse zum persönlichen Verbrauch aus Andorra, Liechtenstein, Norwegen, San Marino, Grönland und der Schweiz sowie die Mitnahme von Fischereierzeugnissen aus den Färöern und Island möglich. Ausnahmen vom genannten Verbot gelten darüber hinaus für die Einfuhr von max. 2 kg ungeöffneter Säuglingsnahrung oder medizinischer Spezialnahrung oder auch medizinisch notwendigem Spezialfutter für Tiere (ebenfalls 2 kg maximal) aus allen Drittländern. Die einzelnen Ausnahmen und bestehenden Mengenbegrenzungen finden Sie im Merkblatt der EU im Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 206/2009.

Die gleichen Bestimmungen gelten im Übrigen auch für den Versand von Lebensmitteln zum persönlichen Verbrauch mit Päckchen etc.

Jede Einfuhr, die hinsichtlich Art und/oder Menge über die im Merkblatt genannten Ausnahmemöglichkeiten hinausgeht gilt als „gewerblich“. Für die gewerbliche Einfuhr gibt es spezielle Bestimmungen, die das Risiko einer Einschleppung von Krankheiten effektiv vermindern sollen. Für nähere Informationen dazu wenden Sie sich bitte an den Zoll oder Ihr zuständiges Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt.

Der Zoll führt auch im privaten Reiseverkehr Kontrollen durch und überprüft entsprechend, ob die Einfuhrverbote für tierische Lebensmittel eingehalten werden. Sollten bei Kontrollen Verstöße festgestellt werden, werden die Waren beschlagnamt und vernichtet. Die enstehenden Kosten für dieses Verfahren tragen die Reisenden. Darüber hinaus ist je nach Schwere des Vorfalls auch eine verwaltungsrechtliche Ahndung möglich.

 
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Reisen mit Heimtieren

Seit dem Jahr 2004 ist das Reisen mit Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) innerhalb der Europäischen Union sowie bei der Einreise aus Drittländern (= Länder, die nicht der EU angehören) einheitlich geregelt. Mit diesen Regelungen soll ein weitreichender Schutz vor der Einschleppung und Verbreitung von Tollwut, die sowohl für Tiere als auch den Menschen lebensgefährlich ist, gewährleistet werden.

Seit dem 29. Dezember 2014 ist die Verordnung (EU) Nr. 576/2013 gültig und hat gleichzeitig die Verordnung (EG) Nr. 998/2003 abgelöst. Sie regelt die erleichterten Bedingungen, wenn Heimtiere ihre Besitzer auf Reisen begleiten und diese Reise weder dem Verkauf des Heimtieres noch dem Übergang des Eigentums dient. Die zweite Voraussetzung ist, dass nicht mehr als fünf Heimtiere den Halter begleiten, ausgenommen sind z. B. Schlittenhunde, die an einem Wettkampf teilnehmen.

 
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Reisen innerhalb der EU

Bei Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU muss für diese Tiere ein einheitlicher EU-Heimtierausweis mitgeführt werden. Der Heimtierausweis kann von einem niedergelassenen Tierarzt ausgestellt werden.

Das Tier muss eindeutig mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Wurde das Tier bereits vor dem 3. Juli 2011 tätowiert und ist die Nummer noch gut lesbar, ist auch das ausreichend. In dem Mikrochip ist eine 15-stellige Nummer gespeichert, die in den Heimtierausweis eingetragen wird, so dass dieser dem Tier eindeutig zugeordnet werden kann. Der Mikrochip wird wie eine Impfung am Hals appliziert und kann beliebig oft mit einem Lesegerät ausgelesen werden.

Weiterhin muss das Tier eine gültige Impfung gegen Tollwut haben, die ebenfalls vom Tierarzt in den Ausweis eingetragen wird. Im Falle einer Erstimpfung dauert die Ausbildung eines Impfschutzes mindestens 21 Tage, die Dauer der Gültigkeit hängt vom verwendeten Impfstoff ab und wird auch in den Ausweis eingetragen. Folgen weitere Impfungen innerhalb der jeweiligen Gültigkeitsdauer, sind keine Wartezeiten mehr einzuhalten, das Tier steht fortlaufend unter Impfschutz.

Die Länder Vereinigtes Königreich, Irland, Malta, Finnland und Norwegen verlangen zusätzlich eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm, die 24 bis 120 Stunden vor der Einreise durchgeführt werden muss.

Reisen in Drittländer

Für die Einreise von Heimtieren in Drittländer sind eventuell spezifische Anforderungen des jeweiligen Landes zu erfüllen. Die diplomatischen Vertretungen der Drittländer in Deutschland informieren über die jeweils geltenden Bedingungen. Erforderliche amtstierärztliche Bescheinigungen werden vom für ihren Wohnort zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ausgestellt.

Wiedereinreise nach einem Aufenthalt in einem Drittland

Die EU hat eine Liste von Drittländern erstellt, deren Tollwutstatus dem der Mitgliedstaaten entspricht. Bei der Einreise/Wiedereinreise aus einem solchen gleichgestellten Drittland z. B. Schweiz, Andorra, Liechtenstein gelten somit die gleichen Regeln wie beim Reiseverkehr innerhalb der EU. Auch die sogenannten gelisteten Drittländer wie z. B. USA, Kanada und Japan haben eine günstige Tollwutsituation bzw. ein amtliches Überwachungssystem, so dass hier bei einer Wiedereinreise der vollständig ausgefüllte deutsche Heimtierausweis, wie oben unter „Regelungen für Reisen innerhalb der EU“ beschrieben, ausreichend ist.

Ist eine Reise mit dem Heimtier in ein nicht gelistetes Drittland geplant, ist Folgendes zu beachten. Bereits vor der Abreise aus Deutschland ist ein ausreichender Impfschutz mittels Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper in einem dafür zugelassenen Labor nachzuweisen und im Heimtierausweis zu dokumentieren.

Die Wieder-/Einreise aus einem gelisteten oder nicht gelisteten Drittland hat immer über einen benannten Einreiseort zu erfolgen. Der Tierhalter oder die Tierhalterin muss bei der Ankunft mit der zuständigen Behörde Kontakt aufnehmen, da in allen Fällen eine Identitäts- und eine Dokumentenkontrolle erfolgen müssen.

Verbot der Ein- und Durchreise ungeimpfter Welpen

Auch Welpen müssen immer einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut haben, wenn sie nach Deutschland verbracht werden oder Deutschland auch nur im Transit passieren! Es gibt keine Ausnahmen von dieser Regelung - weder im Reise- noch im Handelsverkehr.

 
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Landesprogramme Tiergesundheit

Mit den Landesprogrammen Tiergesundheit verbessert der Freistaat Thüringen die Gesundheit von (Nutz-)Tieren und sichert damit u.a. auch die Qualität der Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft.