Inhaltselment überspringen 

Afrikanische Schweinepest

 
Inhaltselment überspringen 

Schutz vor dem Eintrag der Afrikanischen Schweinepest nach Thüringen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Der Mensch kann sich nicht infizieren. Die Krankheit endet für Haus- und Wildschweine in der Regel tödlich. Es gibt keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest.

In Thüringen ist die ASP noch nie aufgetreten. Maßnahmen zum Schutz vor der Einschleppung des Virus nach Thüringen haben daher oberste Priorität.

Die Tierseuchenlage in Bezug auf ASP in Deutschland ist dynamisch. Aktuelle Lagedarstellungen dazu können über die Homepage des Friedrich-Loeffler-Institus (FLI) unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/karten-zur-afrikanischen-schweinepest/

 
Inhaltselment überspringen 

Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Afrikanische Schweinpest

Stand: 13.12.2021

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Der Mensch kann sich nicht infizieren. Die Krankheit endet für Haus- und Wildschweine in der Regel tödlich. Es gibt keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest.

Ist die Afrikanische Schweinepest für Menschen gefährlich?

Das Virus der Afrikanische Schweinepest befällt nur Schweine (Wild- und Hausschweine). ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar – weder durch den Verzehr von Schweinefleisch, noch über direkten Tierkontakt. Allerdings spielt der Mensch bei der Verbreitung der Seuche eine wichtige Rolle, zum Beispiel durch unsachgemäße Entsorgung von ASP-virushaltigen Lebensmitteln oder durch ASP-virushaltiges Material an Schuhen und Fahrzeugen

Ist die Afrikanische Schweinepest bereits in Deutschland aufgetreten?

Seit 2014 breitet sich das Afrikanische Schweinepest-Virus in der Wildschweinepopulation sowie in Schweinebeständen im Osten Europas erheblich aus. Im September 2020 wurde das Virus nach Deutschland eingetragen: Der erste Nachweis der ASP erfolgte bei einem Wildschwein in der Gemeinde Schenkendöbern in Brandenburg. Seitdem breitete sich das Virus innerhalb der Wildschweinepopulation in einigen Regionen Brandenburgs und Sachsens aus. Vereinzelte Nachweise der ASP in Hausschweinebeständen erfolgten in Brandenburg sowie in Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt wurde ein tot aufgefundener Frischling in Mecklenburg-Vorpommern positiv getestet.

Ist die Afrikanische Schweinepest bereits in Thüringen aufgetreten?

In Thüringen ist die Afrikanische Schweinepest noch nie aufgetreten.

 
Inhaltselment überspringen 

Aktuelle Meldungen

Maßnahmen zum Schutz vor der Einschleppung des ASP-Virus nach Thüringen

Die Übertragung des Virus erfolgt auf direktem Wege von Tier zu Tier über Blut oder Kot aber auch indirekt über virusbehaftete Materialien wie verschmutzte Kleidung, Jagdausrüstung, aber auch Futtermittel und Speisereste. Ein Gefährdungspotential für die Weiterverbreitung der Seuche stellt das unerlaubte Mitbringen von tierischen Lebensmitteln (v.a. Rohwürsten wie Schinken, Salami, Mett- oder Teewurst) im privaten Reiseverkehr aus Seuchengebieten dar. Wenn Reste von diesen Lebensmitteln - dann ebenfalls illegal - zu Haus- oder Wildschweinen gelangen, besteht ein extrem hohes Infektionsrisiko.  Ein weiteres, mögliches Risiko für die Einschleppung der ASP können auch unzureichend desinfizierte, zurückkehrende Fahrzeuge darstellen, insbesondere, wenn lebende Schweine in die genannten Regionen exportiert wurden. Das Verbringen unbehandelter Ausrüstungsgegenstände oder Trophäen aus betroffenen Regionen durch Jäger ist ebenfalls mit einem hohen Einschleppungsrisiko verbunden.

Zur Eindämmung der Seuchenverschleppungsgefahr ist es zwingend notwendig, die an der Krankheit verstorbenen Tiere in Wald und Feld zu finden und sachgerecht zu bergen, um so mögliche Infektionsquellen zu entfernen. Alle Bürger, insbesondere Jäger, Landwirte, Tierärzte, aber auch Spaziergänger sind aufgefordert, jedes verendet aufgefundene Wildschwein unter möglichst genauer Angabe der Fundstelle unverzüglich beim örtlich zuständigen Veterinäramt zu melden. Dieses wird die Beprobung, Untersuchung auf ASP sowie die unschädliche Entsorgung veranlassen.

Eine Informationskampagne für betroffene Zielgruppen wie Jäger und Landwirte, aber auch für die Bevölkerung, wird seit Jahren durch das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie durchgeführt. Es wurden Merkblätter und in Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband Thüringen eine „ASP-Fibel“ erstellt und auf unterschiedlichsten (Vortrags-) Veranstaltungen zur ASP informiert. Ein besonderer Fokus wurde immer wieder darauf gelegt, die Bevölkerung darauf hinzuweisen, keine tierischen Lebensmittel im Wald zu entsorgen und insbesondere Jäger mit Hilfe einer Aufwandsentschädigung an der Früherkennung zu beteiligen, wenn sie tote aufgefundene Wildschweine dem zuständigen Veterinäramt melden.

Alle Schweinehalterinnen und Schweinehalter sind darüber hinaus dazu aufgerufen, die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Die Veterinärbehörden unterstützen hier durch zielgerichtete Beratung.

Die nächste Stufe des ASP-Monitorings in Thüringen ist gestartet

Seit mehr als einem Jahr ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch in Deutschland angekommen. Bisher sind nur die Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern direkt betroffen. Zuletzt kam es auch zu einer Feststellung der ASP beim Wildschwein im Landkreis Meißen (Sachsen). Die Tierseuche ist damit nur noch knapp 100 km von der Landesgrenze Thüringens entfernt.

Thüringen hat auf Grund dessen sofort seine Vorsorgemaßnahmen erhöht. Der mögliche Bekämpfungserfolg nach einer Einschleppung hängt direkt davon ab, wie schnell ein Seuchenherd identifiziert wird und insoweit geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Von daher muss auf die Früherkennung durch regelmäßige labordiagnostische Untersuchungen von verendeten Wildschweinen (passives Monitoring) größten Wert gelegt werden.

Monitoring in seuchenfreien Gebieten

Wenn jetzt im Herbst/Winter 2021/22 wieder größere Gesellschaftsjagden stattfinden, stellen sich viele Beteiligte in diesem Zusammenhang die Frage, warum für die Untersuchung auf das Virus der ASP nicht das scheinbar naheliegende Probenmaterial, also Blut der erlegten Stücke, in viel größerem Umfang genutzt wird. Blutproben von gesund erlegten Stücken werden prinzipiell auf Grundlage der Vorgaben der Verordnung zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Klassischen und der Afrikanischen Schweinepest bei Wild- und Hausschweinen (ASP/KSP) (Schweinepest- Monitoring- Verordnung, SchwPestMonV) beprobt. Für Thüringen bedeutet dies, dass pro Jahr ca. 1.500 Blutproben virologisch auf ASP (und KSP) untersucht werden. Die Einsendung wird bereits seit Jahren seitens des Landes durch Zahlung einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 8,00 € je verwertbarer Blutprobe unterstützt.

In der derzeitigen Situation - der Seuchenfreiheit auf dem Territorium Thüringens - über das oben beschriebene gesetzlich vorgesehene Soll hinaus flächendeckend Blutproben zu untersuchen, erscheint aus fachlicher Sicht nicht sinnvoll, auch wenn die Proben vergleichsweise einfach zu gewinnen wären. Dies hängt mit der biologischen Besonderheit der Krankheit, nämlich einer Fallsterblichkeit von > 90 %, und einer relativ kurzen klinischen Krankheitsdauer zusammen. Man kann das vereinfacht so zusammenfassen: entweder ist das Tier gesund oder es ist infiziert, aber dann auch sehr schnell tot. Die Ansteckungsrate zwischen den Tieren ist darüber hinaus relativ niedrig, so dass in einem grundsätzlich freien Gebiet die statistische Wahrscheinlichkeit, das Virus in Falltieren nachzuweisen, um ein Vielfaches höher als bei gesund erlegten Tieren (EFSA, 2018).

Effektive Früherkennung kann also v. a. durch das Auffinden, die Meldung und daraus resultierende gezielte Untersuchung von Falltieren gewährleistet werden (passives Monitoring). Hier sind sowohl im Revier gefundene Wildschweinkadaver wie auch verunfalltes Schwarzwild für das Labor interessant. Nicht unerwähnt bleiben soll der Vollständigkeit halber jedoch der Hinweis, dass auch krank erlegte Tiere gute Indikatortiere sind, von diesen sollten in jedem Fall Proben gewonnen werden. Thüringen legt großen Wert darauf, dass die gesamten Tierkörper (und damit potentielles Seuchenmaterial) aus dem Wald entfernt werden und im Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz (TLV) zur Untersuchung gelangen, da hier neben ASP auf weitere Wildseuchen, wie Aujeszkysche Krankheit, Brucellose oder auch Salmonellose untersucht werden kann. In jedem Fall müssen oben genannte Tierkörper beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden und zumindest die Probennahme ist zu unterstützen. Als Aufwandsentschädigung werden den Jagdausübungsberechtigten bzw. Jagenden je nach Maß der aktiven Beteiligung bis zu 75,00 € je Stück ausbezahlt. Darüber hinaus hat Thüringen auch Transportmöglichkeiten für Falltiere in das TLV etabliert. 

Monitoring in Gebieten mit erhöhtem Risiko

Mit dem Nachweis der ASP im Landkreis Meißen Mitte Oktober hat sich die Risikobewertung für die östlichen Landesteile Thüringens geändert. Diese sollten vorbeugend, auch wegen der noch nicht abschließend zu beurteilenden Lage in Sachsen, als potentiell infiziert betrachtet werden. Als zusätzliche Sicherheit wird deshalb ab sofort ergänzend zur Fallwilduntersuchung ein Monitoring aus Blutproben in speziell ausgewiesenen Zonen entlang der Landesgrenze begonnen werden. Der Hintergrund hierfür ist, dass momentan nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Infektion durch wandernde Tiere doch schon weiter verschleppt wurde als bisher bekannt. Die betroffenen Jagdausübungsberechtigten/Jäger werden von den zuständigen Veterinärämtern über die Beprobungspflicht informiert (Allgemeinverfügung).

Gleichzeitig wird die Entsorgung sämtlicher, nicht für die Lebensmittelgewinnung verwendeter Reste des Tierkörpers (Aufbruch und die Schwarte inklusive des Schädels) von gesund erlegten Wildschweinen, angeordnet. Das Vergraben/Zurücklassen im Wald ist somit ab sofort in den östlichen Risikogebieten untersagt. Als Risikogebiete werden zunächst die Landkreise Altenburger Land, Greiz, die Stadt Gera sowie die Teile des Saale-Orla-Kreises, die östlich der Autobahn A9 liegen, definiert.

Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Fallwild und/ oder Blutproben finden Sie in Ihren örtlich zuständigen Veterinärämtern oder im TLV unter tierseuchen@tlv.thueringen.de.

 
Inhaltselment überspringen 

Pressemitteilungen des TMASGFF

Nachweis der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen im Landkreis Meißen/Sachsen Nächste Stufe des ASP-Monitorings in Thüringen ist gestartet

15.11.2021 - Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Seit September 2020 ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch in Deutschland angekommen. Bisher sind nur die Bundesländer Brandenburg und Sachsen nahe der polnischen Grenze direkt betroffen. Zuletzt kam es zu einer Feststellung der Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein im Landkreis Meißen (Sachsen). Die Tierseuche ist damit weniger als 100 Kilometer von der Landesgrenze Thüringens entfernt. Der mögliche Bekämpfungserfolg nach einer Einschleppung hängt direkt davon ab, wie schnell ein Seuchenherd identifiziert und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Thüringen hat auf Grund dessen sofort seine Vorsorgemaßnahmen erhöht.

Tierseuchenübung zur Afrikanischen Schweinepest mit positiver Bilanz

21.06.2021 - Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Seit dem Eintrag der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den Osten der Europäischen Union im Jahr 2014 hat sich die Tierseuche kontinuierlich nach Westen ausgebreitet. Das Gefährdungspotential für die Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest durch Fahrzeuge oder Personen entlang des Fernstraßennetzes ist auch in Deutschland hoch.

 
Inhaltselment überspringen 

Weitere Informationen

Friedrich-Loeffler-Institut

Auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts finden Sie weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest sowie aktuelle Ausbruchszahlen.

Bundeslandwirtschaftsministerium

Auch auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministeriums finden Sie weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest.