Trotz gedämpfter Konjunkturaussichten weiter sinkende Arbeitslosigkeit in Thüringen
Im Zuge der sich fortsetzenden Herbstbelebung am Arbeitsmarkt ist auch die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen im Oktober 2019 weiter gesunken. Der Rückgang zum Vorjahr erreicht aber nicht mehr das Niveau der Vorjahre. Trotzdem haben wir mit 55.800 Arbeitslosen den geringsten Stand seit der Wende erreicht.
Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Thüringen ist deutlich zurückgegangen. Darauf verweist Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner (DIE LINKE) heute in Erfurt. Auch liege der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen gemeldeten Arbeitslosen nicht mehr (wie im Vorjahr) bei einem Drittel, sondern mit 31,7 Prozent 1,6 Prozentpunkte darunter. Im Oktober 2018 konnten wir feststellen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen erstmals nach der Wende unter 20.000 gesunken war, jetzt liegen wir bei 17.666.
Arbeitsministerin Werner sagte: „Das ist ein wichtiger Schritt hin zur Teilhabe von bisher auf dem Arbeitsmarkt stark benachteiligten Personen. Es gelingt uns in Thüringen, mit Maßnahmen der öffentlich geförderten Beschäftigung und der sozialen Teilhabe wichtige Impulse auf dem Arbeitsmarkt zu setzen. Dies gilt es fortzuführen, um den strukturellen Anteil der Langzeitarbeitslosigkeit weiter zu senken.“
In der Arbeitsmarktpolitik trete zunehmend das Thema Fachkräftesicherung in den Vordergrund, so Ministerin Werner. Das zeigten auch die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Der Fachkräftebedarf steige kontinuierlich.
Die Besetzung von gemeldeten Ausbildungsplätzen ist auch im abgelaufenen Ausbildungsjahr schwierig gewesen. Bei einem erneuten Bewerberrückgang um 5,2 Prozent zum Vorjahr sei auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze mit rund 13.836 um 1,1 Prozent niedriger als Ende September des vergangenen Jahres. Die Zahl der unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen sei im Vergleich zum Vorjahr zwar spürbar auf nunmehr 1.065 gesunken. Es sei allerdings davon auszugehen, dass etliche kleine Unternehmen keine angebotenen Ausbildungsstellen melden würden, da sie kaum Chancen sehen, dafür Bewerberinnen und Bewerber zu finden.
Gleichzeitig gab es noch 311 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Erfreulich sei allerdings, dass die Anzahl ausländischer Bewerberinnen und Bewerber für die Berufsausbildung um 13,6 Prozent auf 726 Personen (davon 498 Geflüchtete) angestiegen sei. „Das zeigt, dass wir hier in Thüringen gerade für die jungen geflüchteten Menschen Chancen für die berufliche und gesellschaftliche Integration haben. Wir brauchen diese Menschen für die Nachwuchssicherung in den Unternehmen“, hebt die Ministerin hervor.
Hintergrund
Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen zeigen: Thüringen steht im Vergleich mit den anderen ostdeutschen Ländern und auch im Bundesvergleich mit dem 7. Platz aller Länder und einer Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent gut da. Die Arbeitslosenquote bei den Frauen liegt mit 4,7 Prozent bereits unter der 5-Prozent-Marke.