Inhaltselment überspringen 

Forderung zum Internationalen Frauentag 2020: „Traditionelle Rollenbilder müssen dringend aufgebrochen werden“

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März macht die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (Die LINKE), darauf aufmerksam, dass Arbeitszeit und sogenannte Carearbeit auch im Jahr 2020 in der Gesellschaft noch ungleich verteilt sind.

Sozialministerin Heike Werner sagte: „Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist gerade bei der Verteilung von Erwerbstätigkeit und sogenannter Carearbeit noch lange nicht verwirklicht. Nach wie vor sind es vor allem Frauen, die in Minijobs bzw. Teilzeit arbeiten. Gleichzeitig übernehmen Frauen öfter als Männer unbezahlte Arbeit, wie Kinderbetreuung und Hausarbeit. Das Aufbrechen dieser gesellschaftlich verankerter traditioneller Rollenbilder ist eine dringend zu lösende Aufgabe.“

„Mit der für 2020 geplanten nationalen Gleichstellungsstrategie des Bundes wird hier ein großer Schritt in die richtige Richtung getan, gerade weil alle Ministerien hier gleichermaßen in die Pflicht genommen werden. Um das Thema Gleichstellung nachhaltig voranzutreiben, ist ressortübergreifendes Denken und Handeln zwingend erforderlich – auch in Thüringen“, so Werner weiter.

Hintergrund:

Laut Zahlen des Thüringer Landesamt für Statistik arbeiten circa ein Drittel der erwerbstätigen Frauen weniger als 31 Stunden die Woche, während es bei den erwerbstätigen Männern nur 10 % sind.

Nach einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung ist dieses Phänomen Eltern noch stärker ausgeürägt: In Paarhaushalten mit Kindern unter 18 (Neue Bundesländer) arbeiten fast alle Männer in Vollzeit (93 %), aber lediglich 48,4 % der Frauen.

Wirtschaft- und Sozialwissenschaftliches Institut – Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland (2020): https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_56_2020.pdf