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Märchenerzählen für demenzerkrankte Menschen

23.05.2022

Projektverlängerung und Start in weiteren Thüringer Pflegeeinrichtungen zum 1. Juni 2022

Die Präventionsmaßnahme „Es war einmal… Märchen und Demenz“ wird um ein weiteres Jahr verlängert. Die neue Kooperationsvereinbarung unterschrieben Thüringens Sozialministerin Heike Werner, Alexandra Krumbein, Regionalgeschäftsführerin der AOK PLUS, Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic, sowie die Geschäftsführerinnen der Märchenland GmbH heute in Erfurt. Zu den landesweit bereits 25 teilnehmenden Pflegeeinrichtungen kommen nun weitere 25 hinzu. Auch hier können sich die demenzerkrankten Bewohner ab 1. Juni auf regelmäßige Märchenstunden freuen.

Dazu erklärt Ministerin Werner: „Das Projekt hat einen unschätzbaren Wert für die Betroffenen und die teilnehmenden Einrichtungen. Es setzt ein Zeichen für den innovativen und neuartigen Umgang mit dieser heimtückischen Krankheit. Aktuell leben knapp 50.000 Menschen mit Demenz in Thüringen und die Tendenz ist stark steigend. Umso wichtiger ist auch im Freistaat die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie. Denn eine ‚demenzfreundlichere‘ Gesellschaft mit angemessenen Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen haben sich alle Länder und der Bund als gemeinsames Ziel gesetzt. Mit der Projektverlängerung gehen wir dafür einen weiteren wichtigen Schritt. Ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement.“

Projektziel erreicht – weitere Einrichtungen sollen profitieren

Das Ziel des Projektes, die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu stärken, soziale Interaktionen anzuregen und den Pflegealltag der Beschäftigten zu entlasten, wurde in der modellhaften Erprobung erreicht. Die Evaluation des ersten Projektzeitraumes zeigt, dass kognitive Fähigkeiten gesteigert und die Bewohnerinnen und Bewohner aktiver wurden. Deutlich seltener kam es zu herausforderndem Verhalten gegenüber dem Pflegepersonal. Die im Projekt enthaltene Fortbildung wurde rege genutzt.

Märchenerzählen weckt Erinnerungen

In der hybrid angelegten Präventionsmaßnahme übernehmen professionelle Demenzerzähler vier regelmäßig stattfindende Märchenstunden in der jeweiligen Einrichtung. Neben den analogen Erzählstunden kommen digitale Märchenstunden und thematisch abgestimmte Arbeitsmaterialien zum Einsatz. So werden die Erzählungen der Brüder Grimm für die Teilnehmenden erlebbar gemacht. Die den Heimen zur Verfügung stehenden „Märchenland-Boxen“ bieten mit zusätzlichen Materialien weitere Möglichkeiten, durch Ratespiele oder Theateraufführungen an die Märchenstunden anzuknüpfen. In Multiplikatorenschulungen haben die Beschäftigten außerdem die Gelegenheit, Fähigkeiten zum Vorlesen sowie zum freien und aktiven Märchenerzählen zu entwickeln, um sie später selbst anzuwenden.

Stärkung der Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen

Das Projekt beruht auf der Zusammenarbeit zwischen der AOK PLUS, der IKK classic, dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie der Märchenland GmbH. Die beiden Krankenkassen bieten gemeinschaftlich die Maßnahme unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung zur Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen in Thüringen an.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf

www.maerchenunddemenz.de.

 

Hinweis für die Redaktionen:

Möchten Sie gern an einer Märchenstunde teilnehmen? Kommen Sie gern auf uns zu. Wir organisieren einen Pressetermin.

Ihre Ansprechpartnerin:

Silke Fließ

Pressesprecherin, Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

E-Mail: silke.fliess@tmasgff.thueringen.de, Tel. 0361 573811-725