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Positive Arbeitsmarktbilanz im Jahr 2019

Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie gab gestern die aktuellen Zahlen zum Thüringer Arbeitsmarkt bekannt. Die jährliche Statistik zeigt längerfristige Trends auf. Derzeit sind die Entwicklungen zufriedenstellend.

„Die Gesamtentwicklung auf dem Thüringer Arbeitsmarkt ist nach wie vor positiv. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2019 bei 5,0 Prozent. Vor 10 Jahren – also im Oktober 2009 – war sie mit 10,1 Prozent noch doppelt so hoch. Ich denke, das ist eine positive Nachricht, die man sich auch wirklich mal vor Augen halten sollte,“ betonte die Thüringer Arbeitsministerin Heike Werner (DIE LINKE).

Die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB III ist im Vergleich zum Oktober des Vorjahres um rund 1.700 angestiegen; im Rechtskreis SGB II ist die Arbeitslosenzahl hingegen um rund 3.400 gesunken, sodass insgesamt ein Rückgang verzeichnet werden kann. Allerdings ist ein Beschäftigungsanstieg derzeit ausschließlich bei ausländischen Personen zu verzeichnen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insgesamt ist zum Vergleichsmonat im Vorjahr um 0,4 Prozent zurückgegangen. Die gesamte Arbeitslosigkeit sank in geringerem Maße als noch vor einem Jahr.

Laut Ministerin Werner seien zwischenzeitlich 42.780 ausländische Menschen in Thüringen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Vor 10 Jahren waren es nur 6.800 – die Zahl hat sich mehr als versechsfacht. „Die Menschen aus dem Ausland tragen den Thüringer Beschäftigungszuwachs – allerdings oftmals auch in einfachen Tätigkeiten,“ betonte die Ministerin.

Seit fast drei Jahren hat Thüringen bei den Langzeitarbeitslosen und auch bei den Älteren höhere prozentuale Rückgänge im jeweiligen Vorjahresvergleich als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt. Damit hat sich die strukturelle Verbesserung in der letzten Legislaturperiode gefestigt (aktuell zum Vorjahr: Langzeitarbeitslose minus 10,5 %, Ältere 50+ minus 3,1 %, insgesamt minus 2,9 %).

Besonders hervorzuheben ist der Rückgang der Anzahl der erwerbsfähigen Leistungs-berechtigten im SGB II, die sich schon länger als 24 Monate im Leistungsbezug befinden (Langzeitleistungsbezieher). Deren Anzahl konnte von Juli 2018 bis Juli 2019 um 4.140 bzw. 5,8 Prozent auf 66.800 Personen reduziert werden. Der Rückgang erfolgte trotz des starken Zugangs von Personen im Kontext von Fluchtmigration in den Langzeitleistungsbezug im Betrachtungszeitraum (+2.500 Personen).

Durch arbeitsmarktpolitische Fördermaßnahmen wird der Arbeitsmarkt spürbar entlastet. Dies habe wirksam zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit und Langzeitleistungsbezug beigetragen, sagte die Arbeitsministerin. Gleiches gelte für die Beschäftigung von Personen mit Fluchthintergrund, die mit dem Landesprogramm Arbeit für Thüringen (LAT) wirksam unterstützt werde.

Im Landesprogramm der öffentlich geförderten Beschäftigung und gemeinwohlorientierten Arbeit wurden seit 2015 insgesamt 1.600 Personen unterstützt.

„Ich glaube, dass wir mit diesem Programm auch ein gutes Beispiel für das zwischenzeitlich auf Bundesebene bestehende Teilhabechancengesetz und den sog. PAT (Passiv – Aktiv – Transfer) gegeben haben“ so Ministerin Heike Werner.

„Im Landesprogramm haben wir derzeit 39 Projekte für geflüchtete Menschen in der Förderung mit rund 1.600 Teilnehmer/innen. Seit Beginn im Herbst 2015 wurden 98 Projekte mit 7.400 Teilnehmer/innen gefördert. Über 1.000 Teilnehmer/innen konnten in Arbeit vermittelt werden; 430 in Ausbildung und fast 300 in weitere Qualifizierungsmaßnahmen – wir haben bezogen auf die Projekte eine „Integrationsquote“ von 30 Prozent. Dies zeigt, dass eine gezielte Unterstützung wirksam hilft!“ führte Ministerin Heike Werner weiter aus.

Im abgelaufenen Ausbildungsjahr ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken (-544 Personen). Aber auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (-153 Stellen) ist leicht zurückgegangen. Insgesamt waren 9.934 Ausbildungsbewerber/innen bei den Thüringer Agenturen für Arbeit gemeldet. Diesen standen 13.836 gemeldete Stellen zur Verfügung.

Ministerin Werner wies darauf hin, dass das Angebot an Stellen nicht immer zu den Interessen und damit der Nachfrage der Bewerber/innen passe. Dadurch seien aktuell noch 311 Bewerber/innen ohne einen Ausbildungsplatz obwohl noch 1.065 Stellen unbesetzt seien. Für diese Jugendlichen würden die Vermittlungsaktionen weitergeführt.

Im Ausbildungsjahr 2018/2019 waren 7,3 Prozent der Ausbildungsbewerber/innen Ausländer. Deren Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 13,6 Prozent angestiegen. Die 726 ausländischen Bewerber/innen umfassten 500 Personen im Kontext der Fluchtmigration.

Ministerin Werner betonte, dass sie gerade diesen deutlichen Anstieg bei der Ausbildung von jungen Menschen aus dem Ausland und besonders bei den Geflüchteten für ganz wichtig halte –  sowohl für die Thüringer Wirtschaft zur Nachwuchsgewinnung als auch für eine nachhaltige Integration der jungen Menschen.

Für 2020 rechnet das Thüringer Arbeitsministerium mit einem leichten Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 0,1 Prozent. Die Arbeitslosenzahl könnte im Jahresdurchschnitt 2020 auf etwa 59.900 Personen bzw. um 1,2 Prozent steigen. Für 2019 sei von einer Durchschnittszahl von rd. 59.000 auszugehen.

Dies sind zwar erst einmal nur Prognosewerte, doch muss von einer leichten Eintrübung am Arbeitsmarkt ausgegangen werden. Die bisherigen monatlichen Meldungen über Verbesserungen im Vorjahresvergleich können wohl nicht weiterhin erwartet werden, vielmehr ist von eine Seitwärtsbewegung der Zahlen zum Arbeitsmarkt auszugehen.