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Informationen für Eltern

Die Europäische Kommission hat am 31. Mai 2021 auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Personen ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Corona-Schutzimpfung aktuell jedoch nur für bestimmte Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.

Auf dieser Seite beantworten wir in diesem Zusammenhang Fragen rund um das Thema Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche.

 
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Häufig gestellte Fragen

Gibt es die Corona-Schutzimpfung auch für Kinder und Jugendliche?

Ja – es ist ein Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren zugelassen: Die Europäische Kommission hat am 31. Mai 2021 auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer für Personen ab 12 Jahren zugelassen. Mittlerweile ist auch für den Impfstoff von Moderna eine Erweiterung der Zulassung auf Personen ab 12 Jahren beantragt.

Es laufen auch bereits Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren.

Empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Corona-Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendliche?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit dem 10. Juni 2021 die Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen sowie für Kinder und Jugendlichen im Umfeld von Personen, die sich selbst nicht schützen können und für Jugendliche, die arbeitsbedingt einem erhöhtem Expositionsrisiko ausgesetzt sind[1].

Bei den folgenden Vorerkrankungen wird die Impfung empfohlen:

  • Adipositas (> 97 Perzentile des BMI)
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler(Ruhe-Sättigung <80%)
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Diabetes mellitus (nicht gut eingestellt)

Kinder mit solchen Vorerkrankungen und Risikofaktoren haben ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken als Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankungen.

Und was ist mit Kindern und Jugendlichen ohne Vorerkrankungen?

Auch sie können sich gegen COVDI-19 impfen lassen, der Impfstoff ist generell für Kinder ab 12 Jahren zugelassen[2]. Die Empfehlung der STIKO, dass erstmal nur Kindern mit Risikofaktoren eine Impfung empfohlen ist, heißt nicht, dass die STIKO von einer Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankungen abrät. Die Entscheidung bedeutet vielmehr, dass die momentane Datenlage noch nicht ausreichend ist, um die Impfung standardmäßig allen Kindern und Jugendlichen zu empfehlen. In Anbetracht der Impfstoffknappheit empfiehlt die STIKO daher erst stärker gefährdete Personen zu impfen, da Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankungen infizieren häufig nur einen milden Krankheitsverlauf haben. Nur nur sehr wenige Kinder und Jugendliche mussten aufgrund von COVID-19 im Krankenhaus bzw. intensivmedizinisch behandelt werden. Todesfälle traten nur vereinzelt auf.

Die Entscheidung der STIKO kann sich allerdings auch ändern, nämlich dann, wenn mehr Daten über die Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Schutzimpfung bei Kindern und Jugendlichen vorliegen. Da in anderen Ländern bereits viele Kinder und Jugendliche geimpft werden, werden bald mehr Daten vorliegen und eine neue Entscheidungsgrundlage vorhanden sein. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, und klären Sie, ob eine Corona-Schutzimpfung für Ihr Kind sinnvoll ist.

Auch andere Impfungen, beispielsweise die Rotavirus-Impfung oder auch die Impfung gegen Meningokokken C, waren übrigens eine Zeit lang zwar zugelassen, aber nicht standardmäßig von der STIKO empfohlen – Eltern konnten sie trotzdem impfen lassen und viele haben das auch getan[3]. Wie bei empfohlenen Impfungen klären die Ärztin oder der Arzt Sie über die Vorteile und Risiken dieser Impfungen auf.


[1]https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/23_21.pdf?__blob=publicationFile

[2]https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/covid-19/covid-19-node.html

[3]https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Meningokokken/faq_ges.html

Was ist die Ständige Impfkommission (STIKO)?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist ein unabhängiges Expertengremium aus Expertinnen und Experten, das am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelt ist. Die Aufgabe der STIKO ist es, Impfempfehlungen auf der Basis der besten aktuell verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse abzugeben[1]. Die Abstimmung über diese Empfehlungen erfolgt dann mit weiteren Expertenkreisen und Fachgesellschaften. Die STIKO-Sitzungsprotokolle sind öffentlich zugänglich und können von jedem eingesehen werden.[2]

Die STIKO betrachtet für die Entwicklung ihrer Empfehlungen immer die jeweils aktuellsten Daten. Die Empfehlungen hängen sowohl von der Verfügbarkeit als auch der Qualität der Daten ab. Welche Impfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wirklich wichtig sind, wie und wann generell geimpft werden sollte, wird im Impfkalender der STIKO übersichtlich dargestellt.

Die Empfehlungen der STIKO sind politisch unabhängig und gelten als wissenschaftlicher Standard.


[1]https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/stiko_node.html

[2]https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Protokolle/protokolle_node.html

 

Wo finde ich weitere Informationen zur STIKO-Empfehlung?

Sie möchten weitere bzw. detailliertere Informationen zur Empfehlung der Ständigen Impfkommission? Das Robert Koch-Institut beantwortet weitere Fragen, z.B. auch zur Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche auf einer gesonderten FAQ-Seite.

Wie sicher und wie wirksam ist die Impfung bei Kindern und Jugendlichen?

In der Zulassungsstudie von Comirnaty (BioNTech/Pfizer) für Kinder und Jugendliche (12-15 Jahre) wurde eine sehr gute Wirksamkeit für die Verhinderung von COVID-19-Erkrankungen ermittelt. Weitere Informationen - auch zu aufgetretenen Impfreaktionen - finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instiuts in einem gesonderten FAQ-Bereich.

Wird es auch Impfmöglichkeiten in Schulen oder Freizeitstätten geben?

Dies ist aktuell in Planung. Sobald hierzu mehr Informationen vorliegen, werden wir an dieser Stelle darüber informieren. Schulen, die einen Bedarf für Impftermine vor Ort sehen, können sich beim Bildungsministerium melden, um hierfür Unterstützung zu erhalten. Eine Kontaktmöglichkeit wird zeitnah an dieser Stelle veröffentlicht.

Wird es spezielle Impf-Angebote für die ganze Familie geben?

An den letzten beiden Juni-Wochenenden werden sogenannte „Familien-Impftage“ in den regionalen Impfstellen stattfinden. Hier werden auch Kinder- und Jugendärzte in den Impfstellen vor Ort sein. Weitere Informationen folgen zeitnah. Ob es weitere Angebote dieser Art geben wird, kann aktuell noch nicht sicher beantwortet werden. Solche Impfaktionen sind selbstverständlich auch von der Nachfrage abhängig.

Können Kinder/Jugendliche bei der Impffrage selbst entscheiden oder mitbestimmen?

In manchen Familien geht die Meinung über das Impfen auseinander. Es kann Fälle geben, in denen Kinder sich eine Impfung wünschen, Eltern das aber nicht unterstützen. Was ist hier ratsam?

Erstmal sollte man versuchen, gemeinsam über die Impfung zu sprechen. Versuchen Sie, alle Fragen ernst zu nehmen und den Bedenken von beiden Seiten auf den Grund zu gehen. Manchmal hilft eine gemeinsame Liste mit Fragen, die Sie bei einem Arztbesuch klären können.

Rein rechtlich gesehen ist die Zuständigkeit für die Einwilligung zu medizinischen Eingriffen bei Minderjährigen und damit auch bei deren (beabsichtigter) Impfung abhängig von der Einwilligungsfähigkeit des Kindes. Einwilligungsfähig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Kind bzw. der oder die Jugendliche in der Lage ist, die Bedeutung und Tragweite seiner Entscheidung zu erkennen, angemessen zu beurteilen und danach zu handeln. Trifft dies auf das Kind/den Jugendlichen zu, kann es trotz Minderjährigkeit selbst entscheiden, ob es geimpft werden möchte oder nicht.

Die Einwilligungsfähigkeit wird, anders als die Geschäftsfähigkeit, nicht pauschal an einem bestimmten Alter festgemacht (vgl. Damm, MedR 2015, 775, 781). Daher ist es stets ärztliche Aufgabe, im Einzelfall festzustellen, ob der Jugendliche „nach seiner geistigen und sittlichen Reife die Bedeutung und Tragweite des Eingriffs und seiner Gestattung zu ermessen vermag“ (BGHZ 29, 33 ).

Einer ergänzenden Zustimmung des Sorgeberechtigten und gesetzlichen Vertreters, in der Regel der Eltern, ist in diesem Fall nicht notwendig (vgl. BGH NJW 1972, 811; Prütting, Medizinrecht, § 630d BGB, RZ. 26). 

Ist der minderjährige Patient nicht einwilligungsfähig entscheiden die Eltern. Diese üben die Personensorge, zu der auch die Entscheidung über Impfungen gehört, grundsätzlich gemeinschaftlich aus – müssen also gemeinsam entscheiden -  und haben dabei auf die wachsenden Fähigkeiten des Minderjährigen Rücksicht zu nehmen (§ 1626 Abs. 2 BGB).

Kann ein Kind gegen seinen/ihren Willen geimpft werden?

Im Idealfall sind alle Beteiligten mit der Impfung einverstanden. Allerdings gibt es Situationen, in denen es nicht so läuft. Was können Sie tun?

Wenn Ihr Kind einer Impfung nicht sofort zustimmt, bedeutet das nicht, dass es grundsätzlich nicht geimpft werden möchte. Eventuell sind noch Fragen offen, die erst geklärt werden müssen. Hören Sie zu, welche Fragen offen sind, welche Ängste oder Zweifel Ihr Kind äußert. Versuchen Sie nicht gleich zu widersprechen, hören Sie erstmal zu. Eltern wie Kinder sollten sich idealerweise über ihre Beweggründe austauschen. Suchen Sie das gemeinsame Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. 

Rein rechtlich gesehen hat das minderjährige Kind, wenn es als einwilligungsfähig betrachtet wird, ein Vetorecht gegen die Entscheidung der Eltern, die das Kind gerne impfen lassen möchten. Das bedeutet, dass der Arzt oder die Ärztin ein Kind nicht gegen seinen Willen impfen wird, wenn der Arzt das Kind als einwilligungsfähig betrachtet.

Einwilligungsfähig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Kind bzw. der oder die Jugendliche in der Lage ist, die Bedeutung und Tragweite seiner Entscheidung zu erkennen, angemessen zu beurteilen und danach zu handeln. Die Einwilligungsfähigkeit wird, anders als die Geschäftsfähigkeit, nicht pauschal an einem bestimmten Alter festgemacht. Es kann hier also keine „Zwangsbehandlung“ geben, das ist aus verfassungsrechtlichen Gründen ausgeschlossen (Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1 GG) (vgl. Wagner, Münchner Kommentar, BGB § 630d, Rz. 41).

 
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Wichtige Informationen auf einen Blick

Informationsblatt für Kinder, Eltern sowie Kinder- und Jugendärzt/innen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in einem Informationsblatt alle wichtigen Informationen zur Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zusammengefasst. Hier gibt es Antworten auf häufig gestellte Fragen, u.a. zur Empfehlung der Ständigen Impfkommission in einer Übersicht. Das Informationsblatt soll Eltern und die behandelnden Kinder- und Jugendärzte bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung unterstützen. Zudem hat das RKI ein FAQ zu diesem Thema bereit gestellt.